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Entwicklung
von ICF Core Sets für Patienten mit malignen Tumoren
der oberen Atem- und Schluckwege
Das
ICF Core Set-Projekt ist ein gemeinsames Projekt zwischen
der Universitätsklinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde
der Ludwig-Maximilians-Universität in München und
der ICF Research Branch des WHO Collaboration Centers of the
Family of International Classifications (DIMDI, Deutschland)
an der Ludwig-Maximilians-Universität in München,
Deutschland. Die Entwicklung dieses ICF Core Sets wird durch
die Deutsche Krebshilfe e.V. gefördert.
Klinische
Symptome von Tumoren der Mundhöhle, des Schlundes und
des Kehlkopfes werden bedingt durch Lokalisation und Größe
des Tumors: eingeschränkte Mundöffnung, Schwierigkeiten
bei der Nahrungsaufnahme bis hin zur kompletten Störung
des Schluckaktes, Luftnot bis hin zu massiver Atemnot sowie
Heiserkeit und andere Sprachveränderungen. Ebenso treten
lokal Schmerzen und Parästhesien in der betroffenen Kopf-Hals-Region
auf. Bei Infiltration eines motorischen Nervens kann es auch
zu Lähmungen an den betroffenen Muskeln kommen. Dringt
der Tumor in eines der großen Blutgefäße
am Hals ein, können stärkste Blutungen auftreten.
Tumore der oberen Atem- und Schluckwege gehen oft mit einer
überproportional hohen Einschränkung der Lebensqualität
einher. Insbesondere Beeinträchtigungen des Sprechens
und der Nahrungsaufnahme, aber auch Schmerzen gelten als wesentliche
die Lebensqualität einschränkenden Faktoren etwa
12-24 Monate nach Therapieende.
Sowohl Patienten, die als tumorfrei gelten, als auch solche
mit Rest- / Rezidivtumor haben einen hohen Rehabilitationsbedarf
zur Wiederherstellung grundlegender Funktionen wie Atmung,
Nahrungsaufnahme und Sprache sowie weiterer körperlicher
und psychologischer Problemkreise und einhergehender Einschränkungen
der Funktionsfähigkeit. Auch wenn spätere Tumorrezidive
noch nicht vollständig ausgeschlossen werden können,
so kann eine erfolgreiche Rehabilitation klinische Symptome,
Einschränkungen der Funktionsfähigkeit und somit
auch mögliche Folgekosten im Gesundheitssystem reduzieren.
Erfolgreiche Rehabilitation nützt damit gleichzeitig
dem Individuum und der Gesellschaft.
Das Ziel dieses ICF Core Set-Projekts ist die Auswahl von
Kategorien-Sets (in 2 Versionen: als soge. "kurzes"
und als "umfassendes" Core Set) aus der gesamten
ICF-Klassifikation, die als Mindeststandards für die
erleichterte Kommunikation und Berichterstattung über
Funktionsfähigkeit und Gesundheit dieser Patientengruppe
im Rahmen multiprofessioneller umfassender Bewertung von Therapiezielen,
klinischer Studien und Verwaltungszwecke dienen können.
Sie ist für die Anwendung durch verschiedenen beteiligten
Berufsgruppen sowie einer erleichterten Kommunikation zwischen
Therapeut und Patient vorgesehen.
Die
ICF Core Sets für Tumore der oberen Atem- und Schluckwege
werden in einem ähnlichen Prozess entwickelt, wie auch
die bisherigen ICF Core Sets: Die erste Phase beinhaltet vier
prinzipiell unabhängige Datenerhebungen: einen Literaturreview
bezüglich weltweit in englischer Sprache publizierter
Instrumente zur Beschreibung der Funktionsfähigkeit bei
dieser Patientengruppe (Teil A), Interviews mit betroffenen
Patienten (Teil B), Befragung von Gesundheitsexperten anhand
einer international durchgeführten, e-mail-basierten
Expertenabfrage zwischen den verschiedenen beteiligten Berufsgruppen
(Teil C), sowie eine Studie mit der ICF Checkliste (Teil D).
In der sich daraufhin anschließenden Phase 2 wird eine
Konsensuskonferenz durchgeführt, in die die Ergebnisse
aus den vier oben genannten Vorstudien maßgeblich einfließen.
An dieser Konsensuskonferenz werden Experten weltweit aus
allen WHO-Regionen zusammenkommen um über die Zusammensetzung
des vorläufigen ICF Core Set zu entscheiden. Diese Konferenz
wird im Oktober 2007 stattfinden. Im Anschluss daran (Phase
3) wird eine Studie zur Validierung durchgeführt.
Gern beantworten wir weitere Fragen zu diesem Projekt. Für
weitere Informationen wenden Sie sich bitte an: uta.tschiesner@med.uni-muenchen.de,
elisabeth.linseisen@med.uni-muenchen.de oder sven.becker@med.uni-muenchen.de.
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