Multidisziplinäres Forschungsgruppe für Gesundheit und Behinderung in Europa (MURINET Multidiscipinary Research Network on Health and Disability in Europe)

Projektzusammenfassung
Behinderung ist ein multidimensionales Phänomen und steht in Interaktion mit dem Gesundheitszustand einer Person und deren physischen und sozialen Umwelt. Angaben zur Behinderung und Messinstrumente, die diese erfassen, müssen das biopsychosoziale Modell der Behinderung widerspiegeln. Valide und zuverlässige Informationen sind notwendig um Gesetzgebung und Politik für die Bekämpfung von Diskriminierung und Förderung der sozialen Integration sowie der Beteiligung und Fördermöglichkeiten zu entwickeln, implementieren und evaluieren. Die Internationale Klassifikation der Funktionsfähigkeit, Behinderung und Gesundheit (ICF) der Weltgesundheitsorganisation bietet ein Rahmenkonzept zur Erfassung der Interaktion zwischen Gesundheitszuständen und Umwelteigenschaften und der unterschiedlichen Verbreitung von Behinderung in unterschiedlichen Gruppen und Kontexten. Dieses koordinierende Vorgehen wird die Praktikabilität und Nützlichkeit des ICF Modells für die Messung der Arten und Prävalenzen von Beeinträchtigungen zeigen. Dazu werden bereits bestehende Messinstrumente Anwendung finden.
Man wird Aufschluss darüber erhalten, ob derzeit nationale und internationale erfasste Daten begriffliche Inkonsistenzen und Unklarheiten bezüglich Behinderung und der Beziehung zwischen der Gesundheitsstörung, Beeinträchtigung und Umweltfaktoren enthalten.
Die Ziele dieses Projektes sind:
1) das ICF Modell als Struktur für Analysen von existierenden allgemeinen Erhebungen zum Gesundheitszustand der Bevölkerung und von Daten zur Ausbildungsstatistik zu nutzen
2) darzustellen, dass das ICF Modell geeignet ist für die Beschreibung und Erfassung von Behinderung in klinischen Stichproben bei ausgewählten Erkrankungen in unterschiedlichen Ländern im Quer- und Längsschnitt sowie praktikabel und nützlich im klinischen Bereich und in der Ausbildung.
3) politische Empfehlungen und Richtlinien zu entwerfen, um bestehenden Datenquellen mit dem ICF Modell in Einklang zu bringen.
Mit der angewandten Methodik wird eine Integration von bestehenden statistischen Informationssystemen, über Nationen, Sektoren und Lebensspannen von derzeitigen und zukünftigen Mitgliedern der EU hinweg, angestrebt.
Für weitere Informationen kontaktieren sie bitte Alicia Garza.

ICF Research Branch of WHO CC F IC (DIMDI)
Institute for Health and Rehabilitation Sciences, Ludwig-Maximilian University
Home Last update 05.01.08 Impressum