Entwicklung von ICF Core Sets für Spondylitis ankylosans

Prof. Désirée van der Heijde und Dr. Annelies Boonen (Maastricht, Niederlande)
Spondylititis ankylosans ist eine chronische, rheumatoide Gesundheitsstörung, die in erster Linie die Iliosacral-Gelenke und die Wirbelsäule betrifft. Zusätzlich zu den Wirbelsäulenveränderungen können weitere Begleiterkrankungen auftreten, wie periphere Arthosen und Enthesitis (25% der Patienten), Uveitis (40% der Patienten), Psoriasis (8% der Patienten) und Blasenentzündungen (8% der Patienten), die die Belastung durch die Erkrankung noch verstärken. Die Auswirkungen der Schmerzen, der eingeschränkten Beweglichkeit sowie der krankheitsbezogenen Begleiterkrankungen auf die Funktionsfähigkeit sind bekannt.
Die aktuellen Empfehlungen der Arbeitsgruppe "Assessment in Ankylosing Spondylitis" (ASAS), bezüglich der Erfassung von Outcomes für Spondylitis ankylosans, beinhalten die Funktionsfähigkeit als einen wichtigen Bereich für klinische Studien sowie für die klinische Dokumentation. Wie in der Literatur beschrieben, gibt es mehrere krankheitsspezifische Instrumente, die die körperliche Funktionsfähigkeit erheben, wie der Bath Ankylosing Functional Index (BASFI), der Dougados Functional Index (DFI), der Health Assessment Questionnaire modified for Spondylitis ankylosans (HAQ-S) und der Revised Leeds Disability Questionnaire (RLDQ). Diese krankheitsspezifischen Messinstrumente bilden jedoch nur ausgewählte Bereiche der gesamten Erfahrung von Patienten mit Spondylitis ankylosans ab. Folglich wurde ein Projekt zur Entwicklung eines ICF Core Sets für Spondylitis ankylosans initiiert.
Dieses Projekt wurde in Kooperation mit der ICF-Forschungsstelle des WHO-Kooperationszentrums für das System Internationaler Klassifikationen im Deutschen Institut für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI) und der Abteilung für Rheumatologie an der Universität Maastricht, Niederlande initiiert. Verantwortlich dafür ist Prof. Désirée van der Heijde and Dr. Annelies Boonen von der Abteilung für Rheumatologie an der Universität Maastricht, Niederlande.
Die ICF Core Sets für Spondylitis ankylosans werden in einem ähnlichen Prozess entwickelt, wie auch die bisherigen ICF Core Sets für die chronischen Erkrankungen entwickelt wurden. Die erste Phase beinhaltet ein Literaturreview bezüglich vorhandenen Instrumenten, Befragung von Gesundheitsexperten anhand der Delphi-Methode, Fokusgruppen mit Patienten sowie eine Studie mit der ICF Checkliste. Für die Phase 2 ist ebenfalls eine Konsensuskonferenz geplant. Im Anschluss (Phase 3) wird eine Studie zur Validierung durchgeführt.
Die Studie mit der ICF Checkliste ist derzeit schon abgeschlossen. Zuerst wurde die ICF Checkliste mit zusätzlichen ICF Kategorien, die in den folgenden Fragebögen identifiziert wurden, erweitert: BASFI, der Dougados Functional Index, HAQ-S, und der Revised Leeds Disability Questionnaire (RLDQ). Die Identifikation der Kategorien erfolgte durch einen standardisierten und validierten inhaltlichen Vergleich der spezifischen Instrumente mit der ICF. Dieser Vorgang wird als Linking-Prozess bezeichnet. Das Ergebnis dieses Verfahrens ergab eine erweiterte ICF Checkliste für Patienten mit Spondylitis ankylosans.
Anhand dieser erweiterten ICF Checkliste wurden von zwei geschulten Klinikern Befragungen an Patienten mit Spondylitis ankylosans durchgeführt. Dies erfolgte in Kooperation mit der ICF-Forschungsstelle in München, der Abteilung für Rheumatologie am Universitätskrankenhaus Maastricht, Niederlande und der Rheumatologischen Abteilung im Ruhrgebiet Zentrum, Herne. Das Ergebnis zeigt, dass die erweiterte ICF Checkliste für Spondylitis ankylosans den großen Bereich der Funktionsfähigkeit dieser Patienten abbildet. Die Ergebnisse der Studie sind für eine Publikation eingereicht.

 

AS ICF Core Set Consensus Conference

 

 

ICF Research Branch of WHO CC F IC (DIMDI)
Institute for Health and Rehabilitation Sciences, Ludwig-Maximilian University
Home Last update 05.01.08 Impressum